Kinderspiel des Jahres und Autorenstipendium der Jury

Geschrieben am Sonntag, 14UTCSun, 14 Jun 2015 14:01:24 +0000 14. Juni 2015

Wie ihr hoffentlich alle mitbekommen habt, ist am Montag in Hamburg das aktuelle Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet worden. Spinderella von Roberto Fraga (Zoch) konnte sich gegen PuschelMonster Push a Monster von Wolfgang Dirscherl und Manfred Reindl (Queen Games) und Schatz-Rabatz von Karin Hetling (Noris) durchsetzen.
Während ich schon seit Jahren bei der Preisverleihung zum Spiel des Jahres in Berlin bin, habe ich mich dieses Jahr zum ersten Mal nach Hamburg aufgemacht, um für euch dabei zu sein und war von der Ausführung und Organisation sehr angetan. Stattgefunden hat die Preisverleihung im Hotel Atlantic, einem 5 Sterne Hotel und Dauerwohnsitz von Udo Lindenberg (dem ich aber nicht über den Weg gelaufen bin). Gleich bei der Ankunft ist aufgefallen, dass viele Kinder anwesend waren. Es handelte sich um eine zweite Klasse eine Hamburger Grundschule, die sich nach Bekanntgabe der Nominierungen mehrere Wochen im Unterricht mit den drei Spielen beschäftigt hatte. Während der Zeremonie waren auch jeweils zwei Kinder pro Spiel als Paten auf der Bühne. Im Anschluss stand die gesamte Klasse dann der anwesenden Presse für Interviews und Fotos zur Verfügung.
Die ganze Veranstaltung unterschied sich noch in anderen Punkten von der für den „Hauptpreis“ in Berlin. Es wurden zwar ebenfalls die nominierten Spiele mit kurzen Videoeinspielern präsentiert, allerdings wurde auch die komplette Jury auf die Bühne geholt, und jede(r) einzeln zu verschiedenen Aspekten der Juryarbeit befragt. 2015-06-08 10.46.09

Der anwesenden Presse wurde so vermittelt, dass es sich bei der Jury nicht um eine obskure Zusammenkunft einiger Nerds handelt, die den Preis in irgendwelchen Zimmern aushandelt, sondern dass sie aus sehr kompetenten „Spezialisten“ mit den verschiedensten Hintergründen besteht, die sich wirklich sehr viele Gedanken über den Preis machen. Ein bisschen wird das auch durch den Kommentar der Vorsitzenden klar, der wie jedes Jahr die Nominierungsliste begründet.
Wie schon gesagt, die Anwesenheit der Kinder hat die Pressekonferenz sehr aufgelockert und man hatte im Anschluss die Gelegenheit entspannt mit Verlagsvertretern, Autoren und Illustratoren zu reden. Obwohl einiges an Presse anwesend war, hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Kinderspielpreis leider immer noch weniger wahrgenommen wird, als der Hauptpreis. Viele Plätze während der Pressekonferenz blieben leer. Das ist schade, weil meiner Meinung nach gute Kinderspiele den Grundstein legen können für ein sozial kompetentes Leben und eine lebenslange Karriere als Brettspieler. Wenn die Eltern mitspielen.

Aber es gibt noch mehr zu berichten:
Am Wochenende vor der Preisverleihung fand in Göttingen das jährliche Spieleautorentreffen statt, bei dem die Spiel des Jahres Jury auch immer ein Spieleautorenstipendium vergibt. Wie dieses Stipendium eine Autorenkarriere beinflussen kann, war dieses Jahr bei der Wahl zum Kinderrspiel des Jahres exemplarisch zu sehen. Zwei ehemalige Stipendiaten standen hier in direkter Konkurrenz: Karin Hetling (2010) mit SCHATZ-RABATZ und Wolfgang Dirscherl (2001) mit PUSH A MONSTER.
Dieses Jahr ging das Stipendium an eine junge Autorin aus Potsdam, deren Prototypen regelmäßig Montags hier in der Spielwiese beim Autorenstammtisch auf den Tisch kommen. Sie hat den Preis mehr als verdient, aber hier die Begründung der Jury:

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„Der 20. Preis ging 2015 nach Potsdam. Sophia Wagner, die mit 30 Jahren jüngste Kandidatin, ist Geowissenschaftlerin. Ihr Magisterstudium hat sie im Herbst 2014 an der Universität Potsdam abgeschlossen. Schon als Kind hat sie sich spielerische Welten auf vielen zusammengeklebten DIN A4-Blättern erschaffen, mit Regeln, die nur sie und ihr damaliger Freund verstanden, die sie aber tagelang unterhalten konnten. Seit 2011 beschäftigt sie sich ernsthaft mit dem Spieleerfinden, war 2013 erstmalig auf dem Autorentreffen in Göttingen und ist inzwischen regelmäßig an einem Berliner Spieleautorenstammtisch beteiligt. Nach dem Abschluss ihres Studiums hat sie sich ausschließlich auf die Entwicklung ihrer Prototypen konzentriert.

In Göttingen stellte sie ihre erste Spielidee APOCALYPSE DAEMONICUS vor. Ihr Kampf der Magier findet dabei auf einem beweglichen Spielplan statt, der durch seine Variabilität besonders Vielspieler anspricht. Auch GOBLIN GOLD RUSH ist ein eher komplexes Spiel mit einer witzigen Hintergrundgeschichte. Da fährt ein Goblin mit einer alten Dampflokomotive durch den Wilden Westen. Die Bewegung in unterschiedlichen Landschaften regulieren drei Kessel der Goblin-Lok. Eine spannende Fortbewegung, zumal die Kessel, wenn sie zu sehr unter Dampf stehen, explodieren können.

Die Jury war besonders von der Intensität überzeugt, mit der Wagner ihre Spielentwicklungen angeht, sie habe sich dem Spiel verschrieben. Trotz eines gewissen Sogs zum Komplexen sei Sophia Wagner breit aufgestellt. Sie arbeite vor einem fundierten theoretischen Hintergrund, zeige viel Kreativität und entwickle pfiffige Ideen.“ (LINK)

Sommeröffnungszeiten in der Spielwiese

Geschrieben am Freitag, 29UTCFri, 29 May 2015 23:26:57 +0000 29. Mai 2015

Astronomisch beginnt der Sommer ja erst am 21. Juni. In der Spielwiese ziehen wir den Beginn aber etwas nach vorne:

Montag
17:00 – 24:00

 Dienstag – Donnerstag
Geschlossen

 Freitag
17:00 – 24:00

 Samstag
15:00 – 24:00

 Sonntag
Geschlossen

Es wird während der Sommerferien noch weitere Schließtage geben, an denen die Spielwiese wieder für Dreharbeiten benötigt wird. Diese Tage werde ich dann rechtzeitig bekannt geben.
An den Leihgebühren wird sich jedoch nichts ändern. Spiele kosten weiterhin lediglich 3 Euro bis zum nächsten Öffnungstag Toresschluss.

Aber Achtung! Dies ist nicht immer Punkt Mitternacht. Oft sind wir länger hier, gelegengtlich schließen wir allerdings auch schon, nachdem der letzte Gast gegangen ist. Das kann dann auch durchaus mal schon um 23 Uhr sein.

Veränderte Öffnungszeiten am Pfingstwochenende

Geschrieben am Montag, 18UTCMon, 18 May 2015 21:41:08 +0000 18. Mai 2015

Am Wochenende des Karnevals der Kulturen tritt die Spielwiese etwas kürzer und öffnet am Samstag, den 23. 5. 2015 erst um 19:00 Uhr.

Pfingstsonntag und Pfingstmontag bleibt die Spielwiese dann komplett geschlossen und öffnet dann erst wieder am Donnerstag, den 28. Mai um 19 Uhr.